Geschichte

Geschichte

Geschichte Frauenhaus Thun - Berner Oberland

1993 Gründung des Vereins Frauenhaus und Beratungsstelle Thun - Berner Oberland. Die Initiantinnen sind mehrheitlich Frauen, die beruflich als Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen und Pädagoginnen mit gewaltbetroffenen Frauen und Kindern zu tun haben. Später kommen auch Frauen aus anderen Wirkungskreisen dazu, um das Knowhow und das Netzwerk des Vereins zu verstärken. Ziel der Initiantinnen ist es, mittelfristig an der Realisierung eines Frauenhauses zu arbeiten. Es wartet eine arbeitsintensive Zeit auf die Vereinsfrauen. Informieren, vernetzen und Spenden gewinnen.

1996 Gründung der ambulanten Beratungsstelle gegen Gewalt an Frauen und Kindern – heute Vista, Fachstelle Opferhilfe bei sexueller und häuslicher Gewalt - in Thun. Die Finanzierung erfolgt durch die Stadt Thun, dem Frauenverein und weitere Organisationen und Spenden.

1999 Eröffnung des Frauenhaus Thun - Berner Oberland

2004 Die Offizialisierung von Delikten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt tritt in Kraft. Diese Reform des Strafrechtes sieht unter anderem vor, dass für einfache Körperverletzung, für Drohung und für wiederholte Tätlichkeiten nicht mehr gilt, dass sie Antragsdelikte sind, sondern dass neu die Strafverfolgung von Amtes wegen vorgesehen ist für die Tatbegehung innerhalb der Ehe und bis ein Jahr nach der Scheidung. Für diese Delikte besteht die Möglichkeit einer (provisorischen) Einstellung des Strafverfahrens, wenn das Opfer dies wünscht. Mit der Offizialisierung wird ein starkes öffentliches Signal gesetzt: Häusliche Gewalt wird nun vom Staat verfolgt und ist nicht länger als private Angelegenheit geduldet.

2005 Die Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern, Trägerin des Frauenhauses Bern und der Fachberatungsstelle Opferhilfe Lantana in Bern wird neu auch Trägerin des Frauenhauses Thun – Berner Oberland, sowie der ambulanten Fachstelle Opferhilfe bei sexueller und häuslicher Gewalt, Vista. Der Zusammenschluss ist eine Reaktion auf den kontinuierlichen Anstieg des Bedarfs an Beratung und Plätzen für Betroffene. Damit werden Synergien geschaffen und der politische Einfluss gesteigert. Der Verein Frauenhaus und Beratungsstelle Thun - Berner Oberland wird zum Förderverein umgewandelt und bemüht sich über viele Jahre um Spenden für die Thuner Betriebe.

Mit der polizeilichen und gerichtlichen Wegweisung des Gewaltausübenden aus der gemeinsamen Wohnung, mit den polizeilichen und gerichtlichen Annäherungs- und Kontaktverboten werden die Opfer häuslicher Gewalt besser geschützt und unterstützt als bisher. Gleichzeitig sollen die Gewalt Ausübenden noch klarer als bisher zur Verantwortung gezogen werden. Für viele Hilfesuchende im Frauenhaus sind diese neuen Gewaltschutzmassnahmen nötig und hilfreich.

2011 Der Förderverein Thun - Berner Oberland löst sich auf und übergibt das Vermögen der Stiftung zu Gunsten der Thuner Betriebe.

2013  Das Bundesgesetz gegen Zwangsheirat tritt am 1. Juli in Kraft. Es stärkt die Rechte von Frauen, die unter Zwang und Druck eine Ehe eingehen müssen, eingegangen sind oder unter Zwang oder Druck kommen, auf eine Liebesbeziehung ihrer Wahl zu verzichten.

2014 Das Frauenhaus Thun - Berner Oberland feiert sein 15jähriges Bestehen. Gewaltbetroffene Frauen mit und ohne Kinder aus dem ganzen Kanton haben in den letzten Jahren Hilfe und Schutz im Frauenhaus bekommen. Das Angebot für Kinder wird dank einer grosszügigen Spende erweitert. An vier Halbtagen pro Woche leiten pädagogische Fachpersonen Spiele und Beschäftigungen an. Dies ist eine wichtige Unterstützung für die gewaltbetroffenen Kinder und auch eine oft nötige und hilfreiche Entlastung für die Mütter. Die Zahl der Hilfesuchenden sowie die Belegung im Frauenhaus bleiben bis heute unverändert hoch.

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